|
Der Name Bornheim wird im Jahre 1194 erstmals sicher erwähnt. Grabungsfunde
zeigen jedoch, dass das Gebiet des heutigen Bornheims schon zur Römerzeit
besiedelt war. Im Früh- und Hochmittelalter gehörte Bornheim
zum rund um die Frankfurter Pfalz gelegenen Königsgut. Im Spätmittelalter
bildete das Dorf zusammen mit weiteren achtzehn Dörfern im Nordosten
Frankfurts die Grafschaft Bornheimer Berg. Hierbei handelte es sich jedoch
um keine Grafschaft im eigentlichen Sinne, sondern um einen Gerichtsbezirk.
Zwischen Bornheim und Frankfurt bestanden schon seit frühester Zeit
enge Verbindungen. Diese drohten sich aufzulösen, als König
Ludwig der Bayer die Grafschaft Bornheimer Berg 1320 an die Grafen von
Hanau verpfändete. Versuche Frankfurts, eine Ausweitung des Hanauer
Einflußgebietes zu verhindern, scheiterten zunächst. Für
die Durchsetzung ihrer Rechtsansprüche fehlte der Stadt die Macht.
So strebte man schließlich einen Vergleich an. Nachdem die Schelme
von Bergen ihre Rechte an Bornheim 1475 an Frankfurt verkauft hatten,
gab 1481 auch Hanau seinen Anspruch auf das Dorf auf. Zusammen mit Hausen
und Oberrad fiel Bornheim damit endgültig an die Stadt Frankfurt.
Als Gegenleistung verzichteten die Frankfurter auf ihre Ansprüche
auf die übrigen sechzehn Gemeinden der Grafschaft Bornheimer Berg.
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts zählte Bornheim knapp 300 Einwohner,
die im wesentlichen von der Landwirtschaft lebten.
Da der Wunsch der Bornheimer nach einem eigenen Pfarrer immer wieder
abschlägig beschieden wurde, entschlossen sich die Einwohner bereits
1527 zur Einführung der Reformation. Doch auch nach dem Glaubenswechsel
dauerte es noch bis 1663, ehe die Gemeinde endlich einen eigenen Pfarrer
erhielt. Die Bornheimer Kirche, die 1263 erstmals urkundlich belegt
ist, blieb bis weit in das 19. Jahrhundert hinein Mittelpunkt des Dorfes.
Ein älterer Kirchenbau wurde wegen Baufälligkeit 1753 durch
einen Neubau ersetzt. Dieser brannte jedoch schon wenige Jahre später
nach einem Blitzschlag ab. 1778/79 wurden die Reste des Eichwalds abgeholzt.
Mit den aus dem Holzverkauf erlösten Geldern errichteten die Bornheimer
1779 nach Plänen des städtischen Baumeisters Liebhardt einen
im barocken Stil gehaltenen Kirchenbau mit Zwiebelturm, die heutige
Johanniskirche. Zum Schutz gegen Blitzschlag wurde die Kirche 1781 als
eines der ersten Bauwerke Deutschlands mit einem Blitzableiter ausgestattet.
|