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Über 800 Jahre Bornheim
Die Geschichte des lustigen Dorfes


Nachdem Frankfurt auf dem Wiener Kongreß 1815 zur Freien Stadt erklärt worden war, wurde die Leibeigenschaft auf den Frankfurter Dörfern abgeschafft. Gleichwohl erlangten die Bornheimer damit noch kein politisches Mitbestimmungsrecht. Sie blieben bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus Bürger minderen Rechts. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Dorfbewohner der Frankfurter Obrigkeit gelegentlich Widerstand entgegenbrachten. 1833 wurden die Frankfurter Wachen gestürmt. Unter den Aufständischen, die mit ihrer Aktion ein Fanal für ein demokratisches Deutschlands setzen wollten, waren auch Bornheimer. Und auch an den Septemberunruhen von 1848 waren Bornheimer beteiligt. In Zusammenhang mit diesen Unruhen wurden am 18. September 1848 die Mitglieder der Nationalversammlung Fürst Lichnowsky und General von Auerswald von einer aufgebrachten Volksmenge auf der Bornheimer Heide ermordet.

1866 marschierten die Preußen in Frankfurt ein und annektierten die Stadt. Als Teil der politischen Neuordnung wurde Bornheim von der Stadt Frankfurt abgetrennt und dem Stadtkreis Frankfurt zugeschlagen. Doch schon wenige Jahre später revidierte man diese Entscheidung. Nach langwierigen Verhandlungen wurde Bornheim 1877 von Frankfurt eingemeindet. Der Ort hatte zu dieser Zeit eine Fläche von 435 Hektar, auf der insgesamt 10.085 Einwohner lebten. Die Eingemeindung gab der baulichen und wirtschaftlichen Entwicklung in Bornheim neue Impulse. Schon 1877 begann man mit der Parzellierung und Bebauung der Bornheimer Heide, die das Frankfurter Bankhaus Oppenheim und Weil 1872 für 500.000 Gulden erworben hatte. Auch die an die Bornheimer Heide angrenzenden Feld- und Wiesenflächen wurden wenig später in die Erschließung miteinbezogen.
Innerhalb von dreißig Jahren wurde das bis dahin noch weitgehend freie Areal zwischen Sandweg, Friedberger Anlage, Friedberger Landstraße, Günthersburgpark und Alt-Bornheim nahezu lückenlos bebaut.
Die Zunahme der Bebauung schlug sich auch in einer wachsenden Einwohnerzahl nieder. Dabei sind Vergleiche allerdings schwierig, da sich die Grenzen Bornheims seit seiner Eingemeindung mehrfach verschoben haben. Insbesondere das Gebiet der ehemaligen Bornheimer Heide zwischen Merianstraße und Höhenstraße gehört heute nicht mehr zu Bornheim, sondern zum Nordend. Bezogen auf die Gemarkungsgrenzen von 1877 kommt man für die Zeit um 1900 auf rund 29.000 Einwohner.


 



Text und Fotos: Helmut Nordmeyer / Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt/Main


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