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Über 800 Jahre Bornheim
Die Geschichte des lustigen Dorfes


Nachdem Bornheim jahrhundertelang in einem Dornröschenschlaf gelegen hatte, begann sich der Ort im 18. Jahrhundert geradezu stürmisch zu entwickeln. 1726 verzeichnete das Frankfurter Landamt-sinventar "unter Einbeziehung von Frauen, Kindern und Gesinde" etwa 1000 Einwohner. Um 1810 zählte Anton Kirchner in Bornheim 1881 Einwohner. Für das Jahr 1834 wird die Einwohnerzahl mit 2663 angegeben. Bornheim profitierte von seiner Nähe zu Frankfurt. Die Lieferung von landwirtschaftlichen Produkten an die reichen Städter verschaffte den Bauern ein sicheres Einkommen. Auch die Bornheimer Gastwirte, von denen es schon um 1760 rund zwanzig gab, konnten sich über mangeln-den Zuspruch nicht beklagen. Seit dem frühen 18. Jahrhundert entwickelte sich Bornheim zu einem beliebten Ausflugsziel der Frankfurter Bevölkerung. Warum Bornheim damals im Volksmund auch "Das lustige Dorf" genannt wurde, geht u.a. aus einer Notiz von Pfarrer Zeitmann - die Hurenwirte betreffend - von 1766 hervor:

"...Ich werde nicht zu viel thun und mit dem Zeugnüß aller hiesigen rechtschaffe-nen Nachbarn beweisen können, wenn ich behaupte, daß es hier in Bornheim är-ger zu gehe als kaum zu Sodom und Gomorha zu gehen konnte. Das Laster der Hurerey wird hier am hellen Tag vor jedermanns Augen ohne Scheu getrieben und die unschuldigsten Hertzen werden dadurch geärgert und verführet. Es sind weni-ge Wirthe hier, die sich auf eine ehrliche Weise ernähren und wer die meiste s.v. Huren hält, der ziehet alle Nahrung an sich... . Es kommen solche gottlose Weibs-Leute Schaaren weiß aus der Stadt und treiben bey Tag und Nacht den größten Unfug, so daß mir die Nachbaren erzehlet, daß neulich bey einem Donner Wetter auf einem Sontag 15. Huren in des hiesigen Wirths Meerbotts Hauße gewesen, deren auch etlich in s.v. blosem Hemde getanzet."

 


Text und Fotos: Helmut Nordmeyer / Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt/Main


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